News > Finanzielle Sorgen belasten die Psyche: AK fordert das Land OÖ auf, endlich mehr in psychosoziale Unterstützung zu investieren

am 10.1.2023
Linz (OTS) - Vielfältige Krisen, von der Pandemie über den schrecklichen russischen Angriffskrieg bis hin zu den massiven Teuerungen, belasten die Menschen und führen zu schlechterer psychischer Gesundheit. Besonders junge Menschen leiden. Vom Land Oberösterreich bekommen sie viel zu wenig Unterstützung, weder finanziell noch durch ausreichende psychosoziale Versorgung. „Das ist fahrlässig. Das Land schaut zu, wie eine ganze Generation junger Leute den Mut und die wirtschaftliche Perspektive verliert“, sagt AK-Präsident Andreas Stangl.

Laut einer SORA-Studie im Auftrag der AK leidet mehr als die Hälfte der jungen Menschen unter 16 Jahren in Oberösterreich unter einer Verschlechterung ihrer psychischen Gesundheit. Fast ebenso viele wünschen sich psychosoziale Unterstützung in der Schule, in der Arbeit oder in der Ausbildung. Fast 30 Prozent der jungen Menschen in Ausbildung haben bereits kurz nach dem russischen Überfall auf die Ukraine gesagt, dass sie finanzielle Unterstützung brauchen. Das war noch vor der ganz großen Teuerungswelle in Folge des Ukraine-Krieges, die die finanzielle Situation in vielen Familien dramatisch verschärft hat.

„Sie brauchen ganz dringend wirksame Unterstützung gegen die Auswirkungen der Teuerung. Das Land nimmt die Sorgen und Belastungen der Menschen nicht ernst genug und unternimmt viel zu wenig gegen die Teuerung. Es soll endlich die sprudelnden Mehreinnahmen von mehr als 400 Millionen Euro in die Hand nehmen und die Menschen unterstützen“, sagt AK-Präsident Andreas Stangl.

Besonders wichtig ist es, den Zugang zur Wohnbeihilfe mit einem Rechtsanspruch zu erleichtern und eine Sozialhilfe, die wirklich vor Armut schützt, zu installieren. Der Heizkostenzuschuss soll auf 700 Euro erhöht und für alle Menschen mit Einkommen unter der Armutsgrenze von 1.371 Euro verfügbar sein.

Aber nicht nur bei der Krisenbewältigung zögert das Land, auch bei der Prävention geschieht viel zu wenig. Fast vier von zehn jungen Menschen, die Hilfe wegen ihrer psychischen Probleme gesucht haben, haben die notwendige Unterstützung nicht bekommen. Weil sie entweder zu teuer oder gar nicht vorhanden war oder es ihnen an Informationen gefehlt hat. „Das ist ein Armutszeugnis für ein reiches Bundesland wie Oberösterreich“, sagt Stangl.

„Die Menschen in Oberösterreich haben enormen Bedarf an leistbarer und zeitnaher psychosozialer Versorgung. Sie erwarten sich zurecht eine ausreichende Gesundheitsversorgung“, so der AK-Präsident. Daher sei es nicht genug, das Personal in der Jugendpsychiatrie um drei Facharztstellen aufzustocken. Vielmehr muss massiv in die Prävention investiert werden: „Das Land muss die Sozialarbeit und präventive psychosoziale Unterstützung ausbauen, etwa an den Schulen und in den Lehrbetrieben. Für mich ist es befremdlich, warum die Mittel für Schulsozialarbeit im Budget 2023 nicht ausreichend aufgestockt wurden“, sagt Andreas Stangl.

Rückfragen & Kontakt:

Arbeiterkammer Oberösterreich
Isabell Falkner
Abteilungsleitung Kommunikation
+43 (0)664 8237996
falkner.i@akooe.at
ooe.arbeiterkammer.at

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Quelle: OTS0003, 8. Jan. 2023, 10:00


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